Donnerstag, 1. März 2012

MaP wa Tsurai yo

Das ist japanisch, jedenfalls das meiste davon.
Korrekterweise müsste man sagen, dass es eine Kreuzung aus Diplo-Sprech und dem Japanisch ist, das bei mir im Volkshochschulkurs hängengeblieben ist.
Fazit nach einigen Wochen wirklich bemühten Japanisch-Unterricht bei vollständiger Anwesenheit: Ich bin ein echt hoffnungsloser Fall.
Ganz ehrlich: Man hat wirklich bessere Chancen einem Koi-Karpfen das Jonglieren mit vier Bällen beizubringen, als mir den korrekten Gebrauch von Partikeln und allen anderen Fallstricken einer Sprache, die aus Schriftzeichen besteht, die offensichtlich von Jackson Pollock entworfen wurden.

Deshalb werde ich mit meinen wenigen japanischen Sätzen umso mehr angeben. Man sieht es am Titel: "MaP wa Tsurai yo" bedeutet auf Deutsch soviel wie: "Hartes Brot, ein MaP zu sein".
(Dieser Satz ist übrigens noch nicht mal gelogen, sondern nur ganz schlecht bei Yoji Yamada geklaut. Er und Tora-San mögen es entschuldigen.)

Mein Dasein als MaP hatte ich mir etwas anders vorgestellt:
Ich hatte nicht ernsthaft erwartet, dass irgendwann ein Umzugsunternehmen kommt, den gesamten Hausstand in ein mobiles Wurmloch schubst und alles sofort und unversehrt in Tokyo wieder aufstellt. Aber es wäre doch eine nette Vorstellung.
Unsere Umzugs-Vorbereitung gestaltet sich in den Details doch ungeahnt aufwendig, hier nur ein paar Kostproben ohne Anspruch auf Vollständigkeit:

Ich musste mein Auto verkaufen, damit wir in der Garage Platz haben, um die Vorräte und Kosmetikartikel zu lagern, die wir mitnehmen. Müßig zu erwähnen, dass das Geld, das ich für den Wagen bekommen habe, nicht gereicht hat, um davon all das zu bezahlen, was jetzt in der Garage steht.

Theoretisch stimmt es schon, dass sich das "Amt Westerwelle" sehr um seine Bediensteten sorgt, aber nur soweit es der Bundesrechnungshof zulässt. Um dem deutschen Steuerzahler noch genug Geld übrig zu lassen, damit einem Kurzzeit-Präsidenten "Ehrensold" gezahlt werden kann, müssen wir jetzt sogar Aeroflot fliegen. Die Belohnung für diese Sparanstrengungen unsererseits sind gute sechs Stunden Zwischenstopp in Moskau. Und ich kenne nicht mal ein paar Staatsgeheimnissem, die ich dann im Keller beim KGB-Verhör tapfer für mich behalten könnte.

Wir haben unsere Elektroartikel kategorisiert: Die guten Stromfresser vertragen auch 100 Volt und dürfen mit, die bösen wollen 220 Volt und müssen weg.
Jetzt bleibt noch die Recherche-Aufgabe, ob man bei den Lampen einfach die "Lichtversorgungs-Einheiten" austauschen kann, oder ob es in Japan nur Glühbirnen mit Joghurt-Gewinde (linksdrehend) gibt.

Unsere generelle Lebensqualität in den nächsten vier Jahren hängt immer noch davon ab, ob Bett, Schlafzimmer-EInrichtung und die neue 100-Volt-Espressomaschine rechtzeitig bis zum Umzug angeliefert werden. Wenn nicht, dann müssen wir vier Jahre auf Isomatten schlafen und "Suntory Green Espresso" trinken... Eine furchtbare Vorstellung. - Ich bin ja froh, dass es noch zu früh ist, um in Panik auszubrechen. Das mache ich dann im April...

Morgen habe ich einen noch einen kleinen Behördengang vor mir, es fehlt immer noch ein Dokument für die Beantragung des blauen Passes. Wenigstens gibt es nach dem Behördengang ein Essen im Kreis der Familie.

Über alle anderen kleinen und große Katastrophen halte ich Euch auf dem Laufenden.



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