Dienstag, 15. November 2011

Akute Anfälle

Ich bin jetzt etwas mehr als zwei Wochen wieder in Berlin, ich habe mich wieder eingelebt.
Das merke ich daran, dass ich immer mal wieder Anfälle bekomme... Und zwar Anfälle von Tokyo-Weh. Es ist kein Heimweh, es ist auch nicht das berühmte Fernweh. Es ist einfach das Gefühl, dass ich gerne in Tokyo wäre. Zum Beispiel wenn meine Schuhe in der U-Bahn an etwas klebenbleiben von dem ich gar nicht so genau wissen möchte, was es ist.
Ich kann mich nicht so recht entscheiden, was ich in den öffentlichen Verkehrsmitteln von Berlin schlimmer finden soll: Das leicht angeschmudelte Interieur oder die Fahrgäste. Wenn ich dann drin bin, dann weiß ich es: Es ist das Verhalten der Fahrgäste. Da besteht doch noch etwas Optimierungsbedarf.

Dieser Optimierungsbedarf ist aber auch Tokyo vorhanden, sonst gäbe es dort keine "Manner Posters". "Manner Posters" wechseln regelmäßig und sollen die U-Bahn-User daran erinnern, dass man sich ordentlich benehmen soll.
Das aktuelle Poster sieht so aus:

















Es soll die Passagiere daran erinnern, dass sich andere Fahrgäste gestört fühlen könnten, wenn man sich in der U-Bahn schminkt. Man könnte sagen: Die Japaner haben echte Probleme.
Ich bin dafür, dass man diese Poster auch in den ÖPNVs von Berlin einführt. Man könnte vielleicht mit den Aspekten "Aufrecht sitzen" oder "Keine Körperflüssigkeiten auf den Boden absondern" anfangen.
Aber das ist wohl schon zu viel verlangt.
Deshalb bekomme ich immer wieder Tokyo-Weh.

Es soll hier aber nicht gegen die BVG oder die S-Bahn gehen. Auch die Berliner Taxifahrer könnten durchaus von ihren japanischen Kollegen lernen... Zum Beispiel, dass man Innenräume wirklich sauber halten kann.  

Aber vielleicht stumpfe ich ja in Berlin noch ab... Und dann stört es mich nicht mehr, wenn ein paar Halbhirne ihr virtuelles Sex-Leben lautstark in der Tram erörtern.

Ich halte Euch auf dem Laufenden...

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