Mittwoch, 9. November 2011

Ich gebe es zu...

...ich war faul.
Lieber anonymer Kommentator des letzten Postings: Das ist es doch, was Sie sagen wollten, oder?
Natürlichg bin ich nicht faul gewesen, ich habe in der letzte Woche einen Kampf gegen die innere Uhr geführt. Die Umstellung von Bio-Rhytmus auf die Nachtarbeit, kombiniert mit Jetlag und der allgemeinen Zeitumstellung hat mir echt zugesetzt. Todmüde ins Bett zu gehen, nach 3 Stunden wieder wach zu sein, obwohl man eigentlich schlafen müsste, war echt anstrengend.

Zuerst würde ich gerne das "Was ist das?"-Bilderrätsel von letzter Woche auflösen.
Es ist ein Treppengeländer in einer U-Bahnstation in Tokyo. Und zwar in der Station "Meiji-jingumae". Tokio-Kenner werden jetzt sagen: "Ach da."
Dem auswärtigen Besucher sei gesagt, dass es eine Station am Ende der Omotesando ist. Die Omotesando ist der "Champs-Elysees von Tokyo". Das stimmt in dem Bereich, dass auch hier Bäume am Straßenrand stehen und es Geschäfte gibt, die unnützen Designer-Kram zu Preisen verkaufen, bei denen sogar ein Scheich gucken muss, ob er noch genug Geld hat.
Der Vergleich stimmt aber auch nicht: Im Gegensatz zu Paris fehlen hier Straßenrestaurants mit schlecht rasierten Kellnern, die den ganzen Tag damit beschäftigt sind, ihre Verachtung über Touristen zum Ausdruck zu bringen, die kein Französisch sprechen. Und deshalb beinahe den eigentlichen Zweck ihres erdlichen Daseins vergessen: Schlechtes Essen zu überzogenen Preisen zu servieren. Außerdem ist es auf der Omotesando so sauber: Das würden Franzosen niemals hinbekommen.

Also: Das gezackte Treppengeländer führt aus einer U-Bahnstation heraus, die zu einer teueren Einkaufsstrasse führt. Und damit man dort die Kaufkraft so lange wie möglich erhalten kann, sind die Zacken im Geländer. Das Geländer ist nämlich seniorenfreundlich. Direkt über jeder Stufe ist das Geländer waagerecht, dort kann man sich sicher abstützen. Zwischen den Stufen ist es schräg, damit man sich dort hochziehen kann.












So erhält man sich die Kaufkraft der konsumfreudigen Senioren.

Außerdem soll es halbstarke Jugendliche davon abhalten, auf dem Geländer runterzurutschen. Aber die sind eh ein Mangelartikel, also Jugendliche. Japans Gesellschaft vergreist, die durchschnittliche Geburtenrate ist noch niedriger als in Deutschland.
Die Tatsache, dass der Japaner der Panda unter den Asiaten ist, hat wohl viele Gründe. Einmal ist es natürlich schwer, Kinder zu machen, wenn der Mann 18 Stunden am Tag bei der Arbeit ist, oder man gemeinsam mit den Schweigereltern in einer hellhörigen 1,5-Zimmer-Wohnung mit Wänden aus Butterbrotpapier wohnt.
Auch für den japanischen Besserverdiener ist es praktisch unmöglich Kinder zu bekommen. Die Wartezeiten auf die Louis-Vuitton-Kinderwagen sollen nämlich furchtbar lang sein.
Viele Japaner sagen sich auch einfach: "Wozu soll ich Kinder haben? Wenn ich was etwas will, das klein und niedlich ist, dann kaufe ich mir ein iPhone-Cover im "Hello-Kitty"-Design."

Wenn man ihn fragen würde, dann hätte Thilo Sarrazin für dieses Problem bestimmt eine Idee. Aber wir brauchen unsere Hartz-IV-Empfänger selber... Sonst geht unsere Geburtenrate vor die Pandas.

Das nächste Posting kommt schneller, versprochen.... Wann? Ich halte Euch auf dem Laufenden.

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