Mittwoch, 30. Mai 2012

Süßkram, oder was man hier dafür hält...

Meinen Bildungsauftrag wahrnehmend möchte ich hier einmal kurz im Vorspann die Zierde des Weserberglands vorstellen, die Kreisstadt Holzminden.
Holzminden hat alles, was eine Stadt von gut 20.000 Einwohnern haben muss: Einen McDonalds, einen Media-Markt und bestimmt auch einen Bordellbetrieb. McDonalds und Media-Markt kenne ich von eigenen Besuchen.
Holzminden hat aber etwas, dass es von größeren Städten im Ruhrgebiet unterscheidet, es hat nämlich noch eine Industrie. Präziser gesagt: Holzminden ist das Zentrum der europäischen Duft- und Geschmacksstoff-Industrie. Wenn man also in eine Styroportafel beißt, und sich denkt "Mmmm, lecker... Ein Käsebrötchen, das nach Lavendel riecht", dann hat man es mit einem Produkt der in Holzminden ansässigen Industrie zu tun.
In Holzminden kann man also machen, dass Dinge nach etwas riechen und schmecken, das niemals auch nur in der Nähe von besagten Dingen gewesen ist.
Ich glaube, dort ist auch der Geruch von Arbeiterklasse produziert worden, mit dem sich Gerhard Schröder immer dann eingesprüht hat, wenn grad Wahlkampf war.
Vor einiger Zeit hat man sich in Holzminden bestimmt etwas gewundert, als man den Auftrag bekommen hat, rosafarbene Schokolade nach Himbeere schmecken und riechen zu lassen. Als man dann gesehen hat, dass der Auftrag aus Japan kommt, hat man sich aber nicht mehr gewundert.
Der Auftrag ist bestimmt zur Zufriedenheit der japanischen Auftraggeber erfüllt worden. Denn seit ein paar Tagen ist es auf dem Markt.
(Trommelwirbel, Fanfaren, Konfetti!)
Das Kitkat mit Himbeergeschmack!












Es schmeckt so wie es aussieht: Rosa!
Des weiteren noch süß und ganz grauenvoll nach künstlicher Himbeere. Ungefähr so wie Maoam-Kaubonbon mit Himbeergeschmack... Nur noch viel, viel künstlicher.  Es riecht auch so.
Wenn man einen kleinen Doppelriegel isst und sich danach eine halbe Stunde aufs Laufband begibt, dann hat man sich zwar die Kalorien abtrainiert, aber immer noch den fiesen Geschmack auf der Zunge. Es gibt eigentlicht nur zwei Dinge, mit dem man den Geschmack sofort los wird: RedBull oder Aceton... Wobei nur Aceton geschmacklich für eine Verbesserung sorgt. 
Die Verpackung sagt es schon, es ist "Kitkat otona no amasa", also Kitkat für Erwachsene. Den Namen kann ich gut verstehen, ich würde meinen Kindern auch lieber 24-jährigen Single-Malt für ihr erstes Besäufnis geben, als Himbeer-Kitkat als Süßigkeit.
Aber gut, es ist rosa, es ist niedlich, also kauft es bestimmt irgendjemand. Zur Not kommt ein "Hello Kitty"-Aufkleber drauf und man stellt es bei Netto in Dinslaken an die Kasse. Dort glaubt man dann, das es so schmecken muss.  Kommt ja schließlich aus Japan. Und nicht aus dem Garten.

Ich muss es leider schon nach vier Wochen sagen: Die japanische Süßwarenindustrie bietet mehr Enttäuschungspotential als die Facebook-Aktie.
Entweder das Dessert ist gar nicht richtig süß, es schmeckt künstlich, oder die Portion ist zu klein.
Appetitlich aussehende große Keke mit vermeintlicher Schokladenfüllung entpuppen sich beim Reinbeissen als mit rotem Bohnenmus gefüllte Küchenschwämme. Jedenfalls fühlt es sich im Mund so an.

Gut man kann nicht alles haben, dann bringen wir für die beste Ehefrau, die ich je hatte, das Nutella aus Deutschland mit... Und ich gewöhne mir an, Sushi zum Dessert zu essen.

Darüber halte ich Euch auf dem Laufenden, versprochen.

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