Mittwoch, 28. September 2011

Wie Preußen, sogar mit Linksverkehr

Zuerst das Wichtigste:
Ich bitte um freundliche Beachtung, dass ich das Titelbild dieser Website angepasst habe. Mal wieder mit einem Panorama, diesmal aus unserem Fenster aufgenommen.
Das bringt mich zum nächsten Punkt: Wir sind in Tokyo angekommen. Ich schreibe jetzt ganz bewusst nicht, dass wir gut in Tokyo angekommen sind, das wäre nämlich gelogen.
Wenn ich den Typen erwische, der den Jetlag erfunden hat, dann muss ich mit ihm ein ernstes Wörtchen reden. Was für eine nutzlose Erfindung. Noch nutzloser ist eigentlich nur noch das letzte Album von Matthias Reim oder ein Sektquirl.
Unsere Anreise ist mit etwas verbunden gewesen, mit dem ich niemals gerechnet hätte: Nämlich dass es die SAS geschafft hat, unser Gepäck in Kopenhagen innerhalb von 45 Minuten umzuladen.
Ich bringe unsere Ankunft mal auf den Punkt: Japan ist wie Preußen einmal war, sogar mit Linksverkehr... Der wurde ja schließlich erst von Napoleon eingeführt.
Wenn man in Japan einreist, dann muss man sich am Eingang fotografieren lassen. Außerdem werden die Fingerabdrücke der Zeigefinger genommen. Wenn man das nicht will, dann wird man nicht reingelassen, und in den nächsten Flieger nach Hause gesetzt... Das ist konsequent, man sollte es auchmit sich machen lassen, sonst verpasst man echt was.
Das Prozedere ist ganz einfach: Bei der Anreise legt man seinen Pass vor, legt seine Zeigefinger auf eine Glasscheibe und legt ein freundliches Gesicht auf. Dann wird ein Foto gemacht... Die Kamera ist fix montiert, sie kann leicht geschwenkt werden. Das erste Foto von mir hatte zwar was, es hätte aber meine Idenitifikation erschwert. Mein Gesicht ist nämlich nur bis zur Unterkante des Brillenrandes drauf gewesen, der verbeamtete Passleser und Eingangsfotograf hat für das zweite Foto die Kamera runtergeklappt, es hat aber trotzdem nicht gereicht. Erst als ich leicht in die Knie gegangen bin, konnte man auch meine übermüdeten Haarspitzen fotografieren. Dann durfte ich rein.
Der Flughafen heißt "Narita National Airport", der Name Tokyo kommt darin nicht vor. Das ist auch konsequent: Der Flughafen ist zu weit von Tokyo entfernt, um noch was mit der Stadt zu tun zu haben. Man behauptet ja auch nicht, dass die VWs in einem Vorort von Hannover hergestellt werden, der Wolfsburg heißt.
Der Flughafen ist japanische Perfektion in Reinform: Vom Verlassen des Fliegers bis zur Abholung durch den Fahrer der Botschaft sind gerade mal 30 Minuten vergangen... 30 Minuten nach Verlassen des Fliegers ist in Tegel doch noch nicht mal das Gepäckband angelaufen. Aber wozu auch? Es ist ja eh noch kein Gepäck da.
Man muss das aber verstehen, Tegel ist halt ein Großflughafen, und das muss man ja auch seine Passagiere spüren lassen.
Danach haben wir und knapp 90 Minuten zur Visafabrik durchgestaut, unsere Wohnung bezogen, Geld geholt und festgestellt, dass ein Paar Gummistiefel in Tokyo umgerechnet 189€ kosten...
Aber das ist eine andere Geschichte, ich halte Euch auf dem Laufenden.

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