Sonntag, 11. Dezember 2011

Süßkram, zum Zweiten...

Um gleich mal die Frage zu beantworten, die mir zum letzten Beitrag häufiger gestellt wurde: Nein, das grüne Kitkat leuchtet nicht im Dunklen.

Aber gut, das war auch nicht zu erwarten. Obwohl ich es schon für einen netten Gag gehalten hätte... Dann häte ich mir zuerst drei Päckchen davon gekauft, gegessen und nachgeschaut ob mein Bauch leuchtet. - Danach wäre ich die nächsten Tage im Dunklen aufs Töpfchen gegangem.
Und bei "Jugend forscht" hätte ich mit den Ergebnissen bestimmt abgeräumt.

Aber die Zunda-Kitkats stellen nicht die höchste Evolutionsstufe der Süßigkeiten dar, das lässt sich noch toppen. Und zwar durch etwas, das uns im Stadtteil Nihombashi begegnet ist. Nihombashi ist auf eine Weise das, was es auf die andere Weise nicht gibt. - Nämlich das Zentrum von Tokyo, dort ist der Punkt, von dem alle Entfernungen in die anderen Präfekturen und Städte Japans gemessen werden. Ansonsten gibt es nicht "das Zentrum", oder "Tokyo Downtown". Es gibt eher viele kleine Zentren, die alle einen leicht veränderten Stil haben.
Nihombashi gehört eher zum "alten Tokyo", also ein Stadtteil, der weniger Nachtleben , dafür mehr Geschichte bietet. Dafür ein ganz besonderes Stück Esskultur, nämlich Senbei.

Senbei sind im weitesten Sinne Kekse aus Reismehl, manche sind süß, andere sind herzhaft und werden in Algenblätter eingewickelt und mit Sojasauce gegessen. Das sind quasi die Maki-Sushi unter den Keksen. Mir soll es aber eher um die süßen Senbeis gehen, die Traditions-Variante also, man kennt diese bereits seit dem 8. Jahrhundert. Was dann auch erklären dürfte, warum die Dinger so hart sind.
Was diese Dinger so populär gemacht hat, ist nicht so sehr der Geschmack. Sie schmecken fast wie ein beliebtes Produkt von Ikea... Nein, nicht die Teelichter, sondern die Mandelplätzchen aus der Kilopackung.
Senbei können mit diversen Motiven bedruckt werden. Zum Beispiel mit Touristen-Attraktion, quasi als Mitbringsel. Oder mit Gesichtern, das sieht dann so aus:

















Das sind aber nicht irgendwelche Gesichter, das sind die Gesichter von den letzten sechs japanischen Ministerpräsidenten im Ruhestand.
In Deutschland würde das bedeuteten, dass man die Gesichter von Gerdchen Schröder, Helmut Kohl, Helmut Schmidt, Willy Brandt, Kiesinger und Ludwig Erhardt auf Kekse malen müsste.
Womit dann auch klar wäre, dass dieses Produkt bei uns keine guten Marktchancen hätte. Die Helmut-Kohl-Kekse wären zu breit, um sie in den Mund zu bekommen, die mit Ludwig Erhardt würden nach kaltem Zigarrenrauch schmecken. Nur von den Helmut-Schmidt-Keksen könnte man bestimmt ein Paar Pakete an Spiegel-Abonnenten loswerden. Am Besten mit dem Gesundheitshinweis: Vorsicht, nicht zur Raucher-Entwöhnung geeignet.
Um Irrtümern vorzubeugen: Das ist keine Satire, keine Karikaturen. Man kann diese Kekse einfach als Gastgeschenk mitbringen, wenn man irgendwo eingeladen ist. Kekse, eigentlich Lebensmittel generell haben für japanische Gastgeber nämlich zwei Vorteile: Sie nehmen nicht dauerhaft Platz weg, weil man sie einfach aufisst. So nehmen sie keinen Platz in ohnehin schon viel zu engen Wohnungen weg... Und wenn einem die Gäste die Haare vom Kopf gefresen haben, dann kann man für den Rest des Monats an trockenen, leckeren Keksen knabbern. Und darüber sinnieren, wie viele Steuern man wohl an die Herren auf den Keksen gezahlt  hat.

Japaner denken halt praktisch... In vielen Bereichen.
Da fallen mir noch mehr Beispiele ein, ich halte Euch auf dem Laufenden.

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