Montag, 10. Oktober 2011

Nicht alles, was ein rotes Licht hat, gehört zum Rotlichtbezirk.

Liebe Leser,
ein ereignisreiches Wochenende liegt hinter uns. Ich werde wohl noch ein paar Tage brachen, um das Gesehene aufzuarbeiten.
Heute ist Japan aber gesetzlicher Feiertag, es ist der "Tag des Sports". Morgen ist übrigens "Tag des Muskelkaters", da hat der Japaner aber nicht frei.
Ich habe also gearbeitet, während halb Japan seinem Lieblingssport nachgeht: Dem Power-Shopping, aufgeteilt in die beiden Disziplinen "Kreditkarten ohne Limit" und "Cash only".
Auch Männer können hier mit etwas Training erstaunliche Resultate erzielen.
Man wird aber noch für etwas anderes in Japan erstaunlich schnell furchtbar viel Geld los. Nämlich für einen Friseurbesuch, einmal Haareschneiden kann man als Mann schnell mal 50-75 Euro loswerden, Frauen zahlen für Extras wie "Ansatz dunkel nachfärben (nur bei echten Blondinen)", Strähnchen oder "ehrlich klingende Komplimente durch den Friseur" entsprechend mehr.
Wer sich noch an Junichiro Koizumi erinnert, den japanischen Premierminister mit den grauen Haaren und der unstaatsmännisch langen Matte: Das war kein modischer Chic, der Mann wollte einfach nicht sein halbes Premierminister-Gehalt zu seinem Friseur bringen.
Kurz und gut: In der deutschen Sprache macht der Satz "Der Ferrari gehört dem Friseur" keinen Sinn. - Auf Japanisch schon.
Damit die ganze Insel aber nicht zu einem Eiland voller werktätiger Hippies wird, gibt es in den Bahnhöfen die "Just Cut"-Läden. Dort bekommt man für 1.000 Yen (10Euro) einen Haarschnitt, wenn man sich anstellt, sein Handy ausmacht, das Rauchen einstellt, passend zahlt... Und nicht allzu anspruchsvoll ist.
Ich habe übrigens den Verdacht, dass die japanische Frauenfußball-Nationalmannschaft dort einmal im Monat geschlossen hingeht.
Vor der Tür des Turbofriseurs gibt es eine neckische kleine Ampel, sie signalisiert die Wartezeit. Steht sie auf Grün, dann kommt man sofort dran, gelb steht für weniger 20 Minuten Wartezeit, rot für 20 Minuten und mehr. Bei dem Preis glaube ich, dass die Ampel noch seltener auf grün steht, als eine deutsche Baustellen-Ampel.
















Sollte ich tatsächlich mal länger in Japan bleiben, dann habe ich zwei Möglichkeiten: Dort hinzugehen, oder wachsen zu lassen.
Ich glaube, ich lasse wachsen, ich habe hier so schöne "Hello Kitty" Haarreifen gesehen. Ich bin mir sicher, dass ich das tragen kann.

Ich halte Euch auf dem Laufenden.

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