Sonntag, 2. Oktober 2011

Tokyo hat alles, außer Platz...

Woran erkennt man, dass man als Tokyoter wirklich viele Freunde hat? Man trifft auf dem Bahnhof Shinjuku zufällig einen Bekannten.
Tokyo hat fast neun Millionen Einwohner, das ist eine Million mehr als Österreich. Das erklärt dann auch, wieso die Japaner sich für die letzte Fußball-WM qualifizieren konnten, ihnen stehen einfach mehr Fachkräfte zur Verfügung.
Auf dem Bahnhof Shinjuku, was so in etwa der Hauptbahnhof von Tokyo ist, steigen an jedem Tag rund drei Millionen Pasagiere um, kommen an, oder fahren ab. Schließlich wohnen in der Region rund um Tokio ja noch einmal über 26 Millionen.Wir sind extra an einem ruhigen Sonntag hingefahren, weil wir nicht allen Pendlern auf einmal im Weg stehen wollten.Wobei man den Begriff "ruhig" aber relativ betrachten muss... Verglichen mit einem Melkschemel muss Lothar Mathäus ja auch als relativ intelligent gelten.
Das mit dem "nicht im Weg stehen" ist uns wohl ganz gut gelungen, wir haben jedenfalls durch unser orientierungsloses Rumgelaufe keinen Stau verursacht. Jedenfalls keinen, der es bis in die Abendnachrichten von BBC World geschafft hat.
Die Anwesenheit von relativ vielen Menschen führt dazu, dass es in der Stadt etwas eng ist.Aber nicht nur dort, man merkt es auch in unserem Appartement: Ich habe heute Abend etwas gebraten, die Fettspritzer sind nicht nur an der Wand hinter dem Herd, sondern auch an der Wand gegenüber vom Herd.
Unser Bad kann man wirklich nicht als Nasszelle bezeichnen... Zellen dürfen nämlich nicht so klein sein.
Das Bad in unserem Appartement ist ungefähr so groß wie eine ICE-Toilette, nur mit einer Badewanne drin.

Aber der Platzmangel ist nicht nur in unserer Wohnung offensichtlich, sondern auch an den innerstädtischen Tankstellen. Es ist nämlich kein Platz für Zapfsäulen... Man kann aber trotzdem eine Tankstelle draus machen, man lässt einfach die Zapfpistolen von der Decke hängen. Das sieht dann so aus:






Ich bin mir eigentlich sicher, die Idee für die "baumelnde Tankstelle" ist einem japanischen Ingenieur gekommen, als er bei einem Urlaub in Österreich zufällig unter eine Kuh geraten ist.

Ich werde mich morgen auf die Suche nach der Kneipe in Tokyo machen, in der es keine Bar gibt, sondern in der Zapfhähne von der Decke baumeln... Die gibt es hier bestimmt irgendwo.

Ich halte Euch auf dem Laufenden.

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