Dienstag, 9. Juni 2009

Basarbesuch




Da war doch noch was... Richtig, das letzte Wochenende.

Unser Besuch im Ägyptischen Museum habe ich ja bereits geschildert, kurzer Nachtrag: Das Mitbringen von Fotokameras in das Gebäude ist untersagt. Es könnte sonst jemand Beweisfotos aus dem Laden machen.
Angeblich soll das Museum irgendwann in den nächsten Jahren in einen Neubau bei den Pyramiden umziehen. Es bleibt also spannend.

Am nächsten Tag haben wir endlich das Projekt Taxi in Angriff genommen. Für nur 20 Pfund hat uns ein freundlicher Taxifahrer in einem archäologisch relevanten Fahrzeug in die islamische Alt-Stadt zum Khan Il-Khalili Basar gefahren.

Zur Aussprache, wenn man den Namen sagt, dann versucht man am Besten dabei einen heiseren Schweizer zu imitieren. Je schlechter, desto authentischer.

Der Basar ist einerseits eine bekannte Touristenfalle, wo man versucht den Touris eine große Variation von Mist zu verkaufen.
Der absolute Renner sind T-Shirts mit der Aufschrift "Barack Obama" in Hieroglyphen. Ansonsten gibt es Alabaster, Kupferteller, Nofrete-Büsten aus Irgendwas, Kleine Pyramiden und Shishas in allen Variationen. Das Ganze wird angepriesen von ambitionierten Schleppern die einem erklären, dass alles furchtbar billig und mindestens so toll ist.
Momentan scheinen italienische Touristen die Mehrheit zu stellen, also sprechen erstmal alle Italienisch, dann probiert man es auf Deutsch und Englisch.
Eine freundlich Ablehnung reicht meistens nicht, erst wenn man deutlicher wird, wird man in Ruhe gelassen. Der nächste Schlepper probiert es drei Schritte später trotzdem.

Gegenüber des Eingangs zum Touristenbasar öffnet sich eine völlig andere Welt, dort beginnt ein Basar, auf dem die Ägypter einkaufen. Er teilt sich in drei Bereiche: Ramsch, Stoffe und der richtig spannende Teil.
Im Bereich Ramsch gibt es Kleidung, Decken, Schuhe etc., mehrheitlich aus Plastik und aus Asien. Nichts, was irgendjemand wirklich brauchen würde.
Dann kommt man zu einer Moschee, hinter der Moschee beginnt der sogenannte Tentmakers Basar, ein Paradies von Stoffen und Produkten aus ägyptischer Baumwolle. Bemerkenswert ist, der Basar ist eine komplett überdachte Strasse. Die einzige überdachte Basarstrasse in ganz Kairo.
Aber Petra und ich finden ja immer noch eine Ecke, hinter der es noch spannender wird. Wenige Schritte hinter dem Tentmakers Basar ist ein ganz normaler Lebensmittelbasar.
Für ägyptische Verhältnisse wird er normal sein, für uns Europäer ist dieser Basar ein Angriff auf alle Sinne.
Es gibt dort Gemüse, Fisch, Fleisch, Holzkohle. Ich habe versucht einiges im Bild fetszuhalten, alles konnte ich aber nicht erfassen.
Die Kaninchen sind auf jeden Fall frisch...

Für mich als Berliner ist die Fülle der Menschen extrem beeindruckend, man ist nie alleine. Es ist immer irgendwie jemand in der Nähe. Selbst durch unsere beschauliche Seitenstraße in Zamalek geht man nie alleine. Es ist immer ein Mensch in Sichtweite.
In Berlin beträgt die Bevölkerungsdichte 3.846 Einwohner auf den Quadratkilometer. In Kairo sind es 36.136 Einwohner pro Quadratkilometer. Dieser Wert basiert auf den offiziellen Angaben, aktuelle Schätzungen liegen noch höher.
Wo in Berlin eine Person im Bus sitzt, da sitzen in Kairo 10 Personen. So sehen die Busse auch aus.

Zurück sind wir dann wieder mit dem Taxi gefahren, verglichen mit der Hinfahrt war die Rückreis schnell verdientes Geld für den Taxifahrer. Der Kerl ist gerast, als wäre der Geist von Ben Hur in ihn gefahren.
Wenn schon die ganz normalen Taxifahrer so fahren, warum gibt es eigentlich keine erfolgreichen, ägyptischen Formel1-Fahrer?

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