Sonntag, 7. Juni 2009

Raubritter in Ägypten

Das Fazit vorweg: Wir wurden am gestrigen Abend ausgeraubt.

Von einer international bekannten Bande von Raubrittern, die die Stätten ihres Wirkens auf der ganzen Welt verteilt hat. Es gibt mehrere dieser Ritterorden, die ihre Operationszentralen meist in Sichtweite des jeweils anderen errichten.

Wir wurden ein Opfer der Raubritter des Ordens des unheiligen St. Marriotts.

Es begann mit einer Verabredung zum Essen mit einem Kollegen, den Petra aus ihrer Zeit in Budapest kennt. Da er nächste Woche abreist, seine Möbel nebst Ehefrau schon weg sind, muss er im Marriott wohnen. Also verabredeten wir uns im Garten des Mariotts.

Das es nicht günstig werden würde, das war uns vorher klar. Schließlich ist man in einem 5* Hotel. Die Speisekarte sah preislich auch noch ganz manierlich aus, jedoch verhießen die Fußnoten bereits das Unheil, 12% Service, 10% Sales Tax. Auf den Endpreis schlägt man also erst 12% drauf, dann noch einmal 10%.
Getränkekarten brachte man uns keine, aber wir verließen uns auf die Empfehlung des Kollegen, dass es hier ein gutes Bier vom Fass gäbe.
Um die Geschichte abzukürzen: Zwei Pizzen, einmal Nudeln, drei Bier, drei Cola kosten am Ende 450 Pfund. In Euro umgerechnet sind das 59€.
Das entspricht ziemlich präzis dem Monatsgehalt von zwei ägyptischen Beamten.

Warum geht man dorthin? Ich weiß, in Berlin hätte ich über diesen Preis nicht die Nase gerümpft, aber dafür ist in Berlin die Qualität der Pizzen besser.

Die Begründung ist ganz einfach, der Garten ist ein Fluchtpunkt vor dem Chaos der Stadt, eine Oase der Ruhe. Der Service ist dezent, flink und unaufdringlich.
Man bekommt das Gefühl in Europa zu sein.
Und für dieses Gefühl muss man halt in eine Ritterburg gehen.

Ich frage mich nur eins: Haben die Duschvorhänge im Marriott vielleicht eine Goldkante?

Keine Kommentare:

Kommentar posten