Samstag, 20. Juni 2009

Take the long way home!

Unter diesem Titel lässt sich unsere Heimreise nach Kairo beschreiben.
Die Tatsache, dass ich schon wieder am Rechner sitze und bloggen kann, zeigt, dass wir es geschafft haben. Und wie! Wie immer, anders als andere Reisende.
Wir hatten das freundliche Angebot des Sonnenbrillenägypters abgelehnt, uns für nur 180 Pfund nach Hause bringen zu lassen. Mir waren zu viele "Carpet Schools" auf Heimweg...
Also liefen wir wieder die Strasse Richtung "Sakarra Downtown". Auf dem Weg sammelte uns ein Tuk-Tuk ein. Wie die Dinger in Ägypten heissen? Keine Ahnung. Petra nannte es Velotaxi mit Motor, nur ohne Pedale.
Der Tuk-Tuk-Ägypter macht sich gar nicht erst die Mühe, vorzugeben, dass er Englisch verstehn würde. Für 20 Pfund brachte er uns so nahe an Kairo wie möglich.
Also standen wir 10 Minuten später wieder am "Platz der Entscheidung".

Ein Taxi konnten wir hier vergessen, aber es gibt ja noch ein öffentliches Verkehrsmittel, dass wir noch nicht benutzt hatten. Einen Minibus. Das sind weiße Kleinbusse, die auf festen Linien fahren, aber immer dann anhalten, wenn man am Strassenrand winkt. Der Bus fuhr nach Gizeh, das hatten wir verstanden. Das reichte uns. Kolumbus ist ja auch ersteinmal in die relative Nähe von Indien gesegelt.
Knappe 10 Minuten und 4 Pfund später kamen wir an einem Minibusbahnhof an Gizeh an. Der Busbahnhof lag lauschig unter der Baustelle einer Hochbahntrasse. Beim Aussteigen liefen wir den Massen hinterher. Ein freundlicher Ägypter, der mit uns im Minibus saß, fragte uns, ob wir nach Kairo wollten. Er zeigte uns den nächsten Minibus, der zur U-Bahn fuhr. Die U-Bahn fuhr dann in die Stadt. Also wieder 10 Minuten und 4 Pfund im Minibus, bis zur U-Bahn-Station Giza.
Es waren nur 5 Stationen mit der U-Bahn, danach hätten wir noch eine gute Viertelstunde unsere vertraute Strecke über die Insel Zamalek schlendern können.
Aber Petra streikte, sie wollte nicht mehr laufen. Sie wollte Taxi fahren. Auf Zamalek. Was für eine Verschwendung!
Jeder Taxiägypter nimmt von einem Europäer mindestens 10 Pfund, auch wenn es nur um die Ecke ist. Ich hatte aber, ganz ehrlich, auch keinen Bock mehr auf Fußmarsch. Ich konnte es nur besser vor Petra verbergen.
Wir haben dann eine Lösung gefunden: Wir fahren ein Station weiter, essen Fuul und Tamiyaa bei McMobinil, danach mit dem Taxi nach Hause.
Für solche Lösunge liebe ich Petra. Der Taxiägypter musste auch für seine 10 Pfund bis vor unsere Haustür fahren.

Und wir kamen tatsächlich wieder zu Hause an.

Das bemerkenswerteste an diesem Tag? Wir sind stundenlang durch die Mittagshitze gerannt, trotzdem hat keiner von uns einen Sonnenbrand. Ich hatte mich zwar eingeschmiert, aber nur schlampig. Man bekommt hier keinen Sonnenbrand. Das liegt wahrscheinlich an der Kairo-Kruste. Das ist dieser Belag auf der Haut, der entsteht, wenn sich Schweß, Nilstaub und der Smog der Stadt auf der Haut mischen.
Unter der Dusche sieht man dann die dunkelgrauen Fäden von seinen Füßen in den Abfluß laufen.

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