Montag, 29. Juni 2009

Versuch eines ersten Fazits...

So, der harte Teil ist auch geschafft. Ich habe gerade in Downtown Kairo die Sitzbezüge für die Rikscha abgeholt, die ich dort habe nähen lassen.
Zweimal Taxi, zweimal Stau, zweimal in absoluter Mittagshitze durch eine knallvolle Stadt.
Mittendrin im absoluten Verkehrschaos lieferte ein Melonenägypter seine Ware aus. Mit einem Pferdefuhrwerk. Natürlich entgegen der Fahrtrichtung.
Ich wollte den Taxifahrer eigentlich bitten, dass er mir seine Flüche kurz aufschreibt. Damit könnte ich auch in Berlin noch die Massen am Brandenburger Tor beeindrucken. Wenn man die paar Hanseln überhaupt noch als Massen bezeichnen kann.

Jetzt muss ich mich auch schon langsam wieder mit meiner Rückreise auseinandersetzen. Koffer packen, und versuchen die ganzen Sitzbezüge ins Gepäck zu kriegen. Es war absolut überflüssig etwas langärmeliges mitzunehmen.

Wenn ich auf die letzten vier Wochen zurückblicke, dann war es eine einzigartige Erfahrung. Nächstes Jahr lebe ich 25 Jahre in Berlin, ich dachte immer, dass es eine Großstadt ist. Dunkeltuten! Gegen Kairo ist alles piefig.
Vielleicht noch Lagos, Shanghai, Mexico City und Rio.
Aber in all dieser Hektik und dem Chaos ist eine erstaunliche Ruhe. Und eine Sicherheit, Petra und ich haben uns nicht ein einziges Mal unsicher gefühlt.
Klar versucht jeder Taxifahrer uns erst einmal über den Löffel zu ziehen, uns haben auch die Schlepper angequatscht, die versuchen uns in irgendwelche Basare zu locken. Da helfen einige Variationen des Wortes "Nein", Am Anfang noch "Nein, Danke", dann nur noch "Nein".

Wir haben Ägypter kategorisiert. Und zwar in die Anzahl der Neins, die sie brauchen, bis sie uns in Ruhe lassen.
Den Rekord hält der 9-Nein-Ägypter mit den T-Shirts vor den Pyramiden.
Ansonsten triftt man in der Stadt meist 2- oder 3-Nein-Ägypter.
Auf den Touristen-Basaren gibt es auch noch ein paar 5-Nein-Ägypter, da hilft dann einfach weitergehen.
Aber es gibt eine Grenze, niemand fasst einen an.

Sollte man diese Stadt besuchen? Ja.
Sollte man in dieser Stadt gelebt haben? Ja, wenn man es warm und spannend mag. Aber es ist kein Luftkurort.

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