Freitag, 5. Juni 2009

Endlich Fuul


Es hat lange genug gedauert, aber endlich haben wir Fuul bekommen.
Aber alles der Reihe nach, als wir aus der musealen Rumpelkammer herauskamen, mussten wir nur ein paar lästige Taxifahrer abschütteln, dann hatten wir unsere Ruhe.
Wir sind einfach in ein paar Strassen hinein gelaufen, das eine oder andere Mal abgebogen. Irgendwann entfuhr es mir: "das sieht hier aus wie in Frankreich!"
Der Satz war nicht als Kompliment gemeint, aber er beschrieb ziemlich präzis den Erhaltungszustand von den großen Art-Deco-Häusern.
Irgendwann landeten wir in einer besser sanierten Fußgängerzone, und kamen an einem großen Haus vorbei. Vor dem großen Haus standen mehr uniformierte Ägypter als sonst. Eine Leuchtschrift verriet uns, wir standen vor der Börse. Natürlich geschlossen, weil Freitag.

Aber wir konnten unser Glück kaum fassen: direkt gegenüber der Börse gab es einen geöffneten Haushaltswarenkramladen. Was hing dort vor der Tür? An einem Ständer? Duschvorhänge!
Jetzt verfügen wir über Herrschaftswissen, wir wissen wo es Duschvorhänge gibt. Und nicht einmal teuer.
In diesem Laden haben wir im Überschwang unserer Begeisterung einen Wasserkessel erstanden. Jetzt müssen wir zur Teezubereitung nicht mehr einen Kochtopf nehmen...
Wasserkessel und Duschvorhang haben zusammen übrigens soviel gekostet wie sechs Cola bei McDonalds.

Weiter ging es, durch das Börsenviertel, langsam bekamen wir Hunger. Ich hatte eigentlich schon viel früher damit gerechnet, dass Petras Magen sich meldet.
Dann entdeckten wir das Paradies: Einen Ägyptischen Schnellimbiss, der traditionelle ägyptische Gerichte hat. Unter anderen Fuul, einen Brei aus Saubohnen. Saulecker! Und Tamiyaa, so eine Art Gemüseburger.
Alle Gerichte sind kleine Portionen, man kann also alles einmal probieren, und sich dann von den ganz leckeren Dingen noch einmal Nachschlag holen.
Ich muss wohl nicht erwähnen, dass wir die einzigen Europäer in dem Laden waren. Obwohl es vor der Tür eine englische Speisekarte gab.

Der Laden hat gute Chancen von mir blind wiedergefunden zu werden.

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